Still a better lovestory than Twilight?


Sich betrunken die gesamte Twilight-Saga anzuschauen ist schon eine super Beschäftigung für den Sonntag-Abend, habe ich festgestellt, denn ich war so mutig und habe das einfach mal gemacht.

Hat man die Weinflasche offen, die DVD dahineingeschoben, wo sie rein soll, den Popsch ins Sofa hineinbequemt, die Beinchen hochgelagert, Play gedrückt, ruck-zuck ein kleines Trinkspiel erfunden , ist der Tag des Herrn gerettet. Vor allem dann, wenn man sich bei jedem komischen Gesicht, jeder unsympathisch anmutenden Geste vonseiten der abartig hübschen (wie ich ja finde) Quoten-Bella, jeder Verhaltensweise des lustigen Vampir-Edwards, die ein bisschen an den Ex-Freund erinnert, einen Schluck ins durstige Mäulchen schüttet. So macht das Leben doch Spaß, denke ich mir und lache mir ins an der populärkulturkritische Fäustchen. Schön alternativ bin ich heute wieder einmal, Vampire, die im Sonnenlicht glitzern, was für ein Scheißdreck, und so weiter und so fort.

Dann aber, spätestens beim zweiten Glas, wenn zumindest mir der Sinn für das, was schon ein bisschen peinlich ist und was nicht so, bereits ziemlich verschwommen aus den Ohren tropft, dann werde ich schon ein wenig nachdenklich. Und dann erkenne ich langsam, was ich da eigentlich sehe, und dass es da um mehr geht als um, „Du bist so schön, ich bin so schön, ich liebe dich doch ach so sehr. Lass uns für immer…“ und OMG, das Baby saugt sie von innen heraus tot, wie schrecklich, holt doch jemand einen Arzt!

Dann merke ich, dass hinter diesen Worten und Bildern mehr steckt als nur eine Geschichte, über die sich eigentlich eh jeder lustig macht. (Was dann ja auch wirklich lustig sein kann, siehe: http://www.youtube.com/watch?v=2L253VLwH3w)

Denn, meine Damen und Herren, was da nämlich unter anderem in einer Parade von Werwolf-Mutations-Spezial-Effekten und lustigen Baum-Klettereien auf uns ZuseherInnen einprasselt, sind, wenn auch nicht Archetypen im Sinne C.G. Jungs, aber zumindest some kind of tiefenpsychologisch relevanter anderer Typen. „Was ist denn dann zum Beispiel Edward Cullen, der charmant gutaussehende Typ?“, könnte man mich jetzt fragen. Tja, könnte ich dann antworten, er ist nichts weniger als wohl der Traummann schlechthin, auch wenn das nicht jede zugeben möchte. Schon aus reinem Trotz wendet man sich, aus dem Alter der Anfälligkeit für solche Dinge herausgealtert, von vorneherein ekelerregt ab von diesem Etwas, diesem bleichgesichtigen, bleichkörperlichen, unnatürlich altem Jungen/Mann/Vampir, dieser untoten Person, diesem ähm „Menschen“, der mit 107 (oder wie alt eigentlich in Wirklichkeit?), ja schon doppelt und dreifach unser aller Vater hätte sein können, ohne dabei etwas von seiner jugendlichen Frische eingebüßt zu haben. Innerlich schmachtet frau, will ich gewagt behaupten, aber eigentlich vor sich hin, unabhängig vom Alter, will ich noch dazu meinen. Denn dieser äääähm Mann, ist genau das, wonach wir uns sehnen. Ein einfühlsamer, exzentrischer, weiser männlicher Gegenpart, der uns beim Schlafen beschützend zuschaut. Alles was wir zu tun haben, ist, ihm zu vertrauen, dass er uns nicht etwa frühzeitig beißt (und mit „beißen“ meinen wir, also ich, die Twilight-Autorin, Stephenie Meyer, und der gesamte Mythos rund um Vampire schlicht und ergreifend „vögeln“ und wohl auch schwängern). Das zeigt sich wieder einmal in der Tatsache, dass Edward seine bellissima Bella erst dann beißen (bzw. vögeln) darf, wenn er mit ihr verheiratet ist. Ein großartiges Indiz für die heute immer noch geltende man-made Moral unserer Gesellschaft (mit besonderer Wirkung für die USA). Dass er sie unvorhersehbarerweise schwängert, obwohl das eigentlich niemand für möglich gehalten hätte, beweist nur, dass, wenn schon Sex, dann bitte auch mit Kind als Resultat. Geschlechtsverkehr hat schließlich nur diesen einen Zweck und diese eine Berechtigung, nämlich das Kind, auch wenn dieses sich dann bereits im Mutterleib als ein blutsaugendes Monster herausstellt.

Also, liebe Mädchen, aufgepasst! Auch Menschen-Männer können sich als Vampire herausstellen. Wie oft bleibt denn eine schlaffe (haha) Hülle davon über, was wir Frauen waren, nachdem uns unsere vertrauenswürdigen „Edwards“ zuerst ausgesaugt, dann vollgepumpt (haha) und schließlich weggeschmissen haben?

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