Ég hef ekkert vit á tónlist

Island hat mehr zu bieten als heiße Geysire, die einsam vor sich hin blubbern und Menschen, die irgendwie eine lustige, eigenartige Sprache sprechen, mit ganz vielen komischen Zeichen und Lauten.

Und vor allem gibt’s da mehr auf dem Musik-Sektor, wie man wohl seit Björk und Sigur Rós weiß. Die Bands seabear, Múm und Of Monsters and Men sind ebenfalls aus Island. Soweit die Musikgruppen, die ich jetzt aus dem Stehgreif habe nennen können. Aaaaaber, meine lieben Freunde, da gibt’s noch mehr…noch viel mehr. Einige Juwele, die ich erst vor kurzem entdeckt habe, als ich, nach einem Video eben zu Sin Fang (Bous), dem Lead Sänger von seabear, der auch ein Solo-Projekt am Laufen hat, auf Youtube fahndend, ganz was Tolles gefunden habe:

Huch, das war ja dann doch schon im Sommer 2009, als ein gewisser Árni Rúnar (man sagt Aurne) ein kleines Konzert in seinem Garten veranstaltet hat, eben mit den angesagtesten Bands aus Reykjavík. Ich wollte jetzt eigentlich etwas über eine spezielle Band (Retro Stefson) schreiben, die dort aufgetreten ist, habe mich jetzt aber kurzfristig, just in diesem Augenblick, dazu entschieden,  frischen Mutes über das gesamte Album, das es zum Film gibt, und auf Spotify und auch auf Amazon zu schreiben.

Und mon Dieu! Wenn sich meine obige Aussage hier nicht bestätigen lässt! Island hat mehr und noch dazu für jeden was zu bieten! Ich hab‘ mir mal ein paar Band aus diesem Soundtrack rausgesucht:

Sin Fang (also jetzt ohne „Bous“) macht Musik, in der man versinkt, in der man sich wünscht mit ihm auf einem Schaukelpferd quer durch Island zu reiten, während er in seiner unglaublich sanften Stimme, Töne hervorbringt, die er, Wörter in englisch-sprachige Texte formend, leise herbeisingt. „I will be the lumberjack and you will be the trees“, meint er beispielsweise in „Clangour and Flutes“, seinem wohl bekanntesten Lied und die Musik begleitet ihn, teils elektronisch, teils mit geheimnisvollen, undefinierbaren Instrumenten unterlegt. Manchmal pfeift ein fröhlicher Mensch im Hintergrund, manchmal spielt eine Harfe zum leisen Rauschen eines Bachs… Im neuen Album zwitschert zwischenzeitlich sogar verschiedenes Vogelgetier, oder sind das einfach nur die quietschenden Gitarrensaiten? „I wash only to get dirty again“, was will man also mehr?…Daraus entsteht eben dieses große Ganze, in das man nur noch eintauchen will, seine Ohren damit auswaschen will. Außerdem bin ich in ihn sowieso verliebt, weil er so nett ausschaut. Umarmen möcht‘ ich dich, Sin Fang.

Múm sind auch nicht dumm, machen Musik, die zeitweise ein bisschen nach Beirut klingt und oft einmal nach dem Soundtrack von Amélie mit ein bisschen Klavier, Ziehharmonika, etwaigen Blasinstrumenten und einigen elektronischen Einschlägen…Das Ergebnis klingt, begleitet von diesen zarten Stimmen, einfach wie Elfenmusik, ich kann mir nicht helfen. So stell ich mir vor, muss es sein, in einem isländischen Wald zu sitzen und mit dem Moos entweder über den wolkenlosen Sternenhimmel oder den Sturm von letzter Nacht zu plauschen. (Außerdem soll der Bandname zwei Elefanten darstellen, die sich mit ihren Rüssel zuwinken, sagt zumindest Wikipedia.)

Der Sänger der nächsten Band, die Hjaltalín heißt, erinnert mich ein ganz kleines bisschen an Amy Winehouse…und, nachdem ich es in einer Kritik gelesen habe, auch an den Sänger von Arcade Fire. Die Songs, die auf dem bis jetzt einzigen Album „Terminal“ zu finden sind, klingen zum größten Teil nach James Bond tauglicher Filmmusik: sexy, verspielt, seriös und ein manchmal auch ein wenig düster.

Jetzt komme ich zu der Band, über die ich ja eigentlich beabsichtig hätte zu schreiben. Retro Stefson, Ladies and Gentlemen. Das ist eine Gruppe, die meinen Geschmack aber so was von trifft. Hört sich an wie Kindergeburtstag und bunte Zuckerperlen! Juhu! Vor allem mit lustigen Keyboard-funktionen werden Soundeffekte erzeugt, die wohl sobald keiner nachmacht und eigentlich finde ich auch gar keine Definition dafür, wie man diesen Stil am besten bezeichnet könnte. (Wikipedia weiß es auch nicht, bietet aber eine Aussage des Sängers und Gitarristen der Band, die mir diese Band noch einmal, nein, tausendmal sympathischer macht, eine Aussage nämlich, die sogar noch die Elefanten von Múm übertrifft: „Wir klingen wie Van Halen, der sich an einem sommerlichen Tag in seiner Küche einen Bananen-Smoothie mixt.“) Wer das nicht glaubt, der höre sich zuerst was von der Band Van Halen und anschließend das Lied „Planetarium“ an. Also wenn das nicht nach Hard-Rock und Bananen-Smoothie klingt! Vielleicht sogar noch besser, nämlich wie in Flaschen abgefüllte Lebensfreude, die man sich mir nichts dir nichts übers Haupt schütten kann, um sich mit isländischen, englischen und portugiesischen Songtexten einlullen zu lassen.

Die letzte Band, die ich mir ausgesucht habe, ist einfach nur hip, nennt sich FM Belfast und kann in jedem Club gespielt werden (wird sie wahrscheinlich auch), denn, gute Güte, diese Musik ist tanzbar! Ganz schön elektrisch halt, aber immer noch in einem Maß, sodass sich die Pop-Musik nicht vollends verraten fühlen muss.

Übrigens, weil wir gerade beim Thema Island sind: Im Westbahntheater in Innsbruck läuft schon seit 12. August (und noch bis 7.September) das Stück „Viele gute Dinge kommen aus Reykjavik!“

Ich hab’s noch nicht gesehen, habe aber eine Art Flyer für dieses „energiegeladene Schauspiel in 70 Minuten“ vor mir liegen, auf dem zwei nackte Männer drauf sind. Schaut also vielversprechend aus. Und auch wenn’s nicht gut ist, unterstützt es mich anhand seines Titels immerhin praktischerweise in meiner These, dass Island einfach rockt! Und darum geht’s hier ja schließlich.

/mm

Advertisements

4 Antworten zu “Ég hef ekkert vit á tónlist

  1. Cooler artikel!! Muas mir de bands amol unhorchn ober i konn der lei zuastimmen dass islond oanfoch rockt :-):-) oben hot man im radio oder discos kaum de typischen amerikanisch-europäischn hits keart, fost ollm isländische musik und de hom wirklich einiges zu bieten, sogor a poor guate metalbands haha ;-)

    P.S.: in islond gibs koane wälder -)

    P.S.: Lei a kloane imperfektion: in islond gibs koane wälder (siehe abschnitt „Múm“ ;-)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s